Fokusthema Forschung – Studie der Alanus Hochschule zu selbstverletzendem Verhalten

Fokusthema Forschung – Studie der Alanus Hochschule zu selbstverletzendem Verhalten

Eine Initiative zum Fokusthema Forschung und Outcomes-Studien des Councils

Schwer herausfordernde sowie selbstverletzende Verhaltensweisen bringen Teams und Einrichtungen häufig an die Grenze des Leistbaren und führen nicht selten dazu, dass Betreuungsverhältnisse aufgelöst werden müssen, weil die Klienten nicht im Setting gehalten werden können. Auch in anthroposophischen Zusammenhängen müssen auf diese Weise nicht selten langjährig angelegte heilpädagogische oder sozialtherapeutische Beziehungen beendet werden, weil die fachlichen und personellen Ressourcen irgendwann überfordert sind. Manches spricht dafür, dass diese Thematik an Gewicht gewinnt und immer häufiger auftritt.

International gibt es inzwischen eine große Zahl von Studien, die diese prekäre Situation beleuchten, und auch in Deutschland wächst das wissenschaftliche Interesse. Im Kontext unserer Einrichtungen wurde bisher noch keine systematische Untersuchung hierzu durchgeführt.

Das Institut für anthroposophische Heilpädagogik und Sozialtherapie der Alanus Hochschule plant nun eine möglichst breit angelegte Langzeitstudie, die diese Problematik evaluieren will. Die so gewonnenen Erkenntnisse sollen auf diese Weise für eine fachliche Weiterentwicklung unserer Methoden im Umgang mit schwer herausforderndem und selbstverletzendem Verhalten zur Verfügung gestellt werden. Wir hoffen, auf diese Weise dazu beizutragen, der möglicherweise wachsenden Zahl betroffener Menschen in unseren Zusammenhängen besser gerecht werden zu können.

Das Studiendesign wird sich am Positive Behavior Support orientieren. Diese in vielen Ländern etablierte und bereits gut evaluierte Methode besitzt den Vorzug, sehr „paradigmen-offen“ zu sein, so dass sich das anthroposophische Menschenbild und spezifisch anthroposophische Methoden gut eingliedern lassen. Gleichzeitig findet man hier international einen bereits breiten wissenschaftlichen Bezugsrahmen vor, auf den man sich beziehen kann.

Augenblicklich laufen erste Pilotprojekte, die uns vorbereitende Informationen insbesondere zur Machbarkeit und zur Compliance der Einrichtungen liefern und bei der Definition des endgültigen Studiendesigns helfen sollen. Für die dann beginnende Untersuchungsphase kommt es darauf an, international so viele Institutionen wie möglich aus dem anthroposophischen Kontext zu gewinnen, die Interesse an dieser Fragestellung haben. Da es vielerorts bisher nicht zur Gewohnheit gehört, Situationen in dieser Art empirisch aufzuarbeiten, wird es noch eine besondere Herausforderung, diese Forschungsgemeinschaft zu etablieren.

Forum für den jeweiligen Austausch wird das jährlich stattfindende internationale Wissenschaftssymposium der Ausbildungstagung in Kassel sein (nächster Termin: 24.-27.04.2019). Menschen, die für sich oder als Vertreter ihrer Einrichtung schon jetzt Interesse für dieses Projekt empfinden, sind herzlich eingeladen, sich jederzeit beim Autor zu melden.

Professor Dr. Bernd Kalwitz
Fachbereich Bildungswissenschaft
Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft
bernd.kalwitz@alanus.edu





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